Warum wir unsere Sanierung immer wieder verschoben haben – und wie wir es dann doch geschafft haben
Familie Mello bloggt Nr. 1
Ein Erfahrungsbericht von Denise Mello
„Das hat uns noch gefehlt!“ dachte ich, als ich den Brief vom Gaswerk verärgert auf den Esstisch fallen liess. Die Gasversorgung unseres Quartiers wird eingestellt. Unsere Heizung, alt, aber noch funktionierend, muss raus. Und zwar bald.
Jetzt, ein halbes Jahr später, ist alles erledigt. Und ich frage mich fast ein wenig beschämt, warum wir so lange gezögert haben. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach arbeitet zuverlässig, die Wärmepumpe schnurrt im Keller – und unsere monatlichen Energiekosten sind endlich planbar. Der Weg dorthin war allerdings… sagen wir mal: nicht ganz gerade.
Jahre des Wartens
Als Jonas und ich vor neun Jahren unser kleines Haus gekauft haben, waren wir noch zu zweit. Jung, frisch verheiratet, voller Tatendrang. Wir hatten kaum mehr als unsere Ersparnisse, eine Baustelle mit Potenzial – und diesen gemeinsamen Traum: ein Zuhause für die Familie, die wir gründen wollten.
Schon beim Kauf wussten wir, dass die Gasheizung alt ist. Auch das Dach war nicht mehr das neueste. Aber damals reichte das Geld gerade so für den Kauf – und das Baby war schon unterwegs. Also begannen wir mit kleinen, machbaren Renovationen. Zuerst die Isolation im Dachgeschoss. Dann ein Kinderzimmer. Als Livia auf die Welt kam, mussten wir dringend das Bad modernisieren. Und als Elias folgte, wurde auch die Küche zur Dauerbaustelle. Es gab immer etwas Wichtigeres. Etwas Sichtbares. Etwas, das wir selbst machen konnten. Die Heizung blieb, wo sie war: im Keller, alt und leicht knurrend vor sich hinarbeitend.
Und ja – wir haben es gewusst. Dass es nicht ewig so weitergehen kann. Dass eine moderne, umweltfreundliche Lösung sinnvoll wäre. Aber es war kompliziert. Teuer. Und irgendwie weit weg. Wir lebten im Hier und Jetzt.
Anstoss
Letztes Jahr, im Frühling, kam dann endlich Bewegung in die Sache. Wir hatten einen guten Eindruck von einem kleinen Solarunternehmen aus der Region, das schon bei unseren Nachbarn auf dem Dach war. Dieser Solarteur war bodenständig, kompetent und sympathisch. Er schlug vor, in Etappen vorzugehen: Erst das Dach. Dann in zwei, drei Jahren die Heizung. So weit, so gut.
Und wir würden eine einmalige Vergütung vom Bund erhalten, sobald die Solaranlage am Netz war. Das Geld war nicht die Welt, aber es war irgendwie ein Signal. Vielleicht war es an der Zeit. Also entschieden wir uns für die PV-Anlage. Der Baubeginn wurde auf Oktober angesetzt. Wir planten mit ein bisschen Baustellenchaos – aber auch mit einem grossen Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Dann kam der Brief.
Wendepunkt
„Gasversorgung des Quartiers wird eingestellt. Ihre bestehende Heizanlage entspricht nicht mehr den Anforderungen…“
Ich weiss noch genau, wie ich den Brief auf unseren Esstisch fallen liess. Livia sass daneben und versuchte gerade, ein Eichhörnchen aus Filz zu basteln. Elias drehte seine Lego-Rakete in der Luft. Und ich sass da – mit dem Gefühl, als wäre mir der Boden unter den Füssen weggezogen worden.
Es gab keine Wahl mehr. Wir mussten jetzt handeln.
In der ersten Nacht konnten Jonas und ich kaum schlafen. Es war nicht nur die finanzielle Unsicherheit. Es war dieses Gefühl, plötzlich überrollt zu werden. Alles war im Gange, das Dach war eingeplant – und jetzt sollten wir gleich auch noch die ganze Heizung umstellen?
Unser Solarteur – der Handwerker von Nachbars Dach – schlug vor, das Projekt zu erweitern. Ja, das sei machbar. Ja, auch kurzfristig. Solardach und Wärmepumpe in einem. Er könne das bestehende Projekt erweitern. Und ja – es gebe Möglichkeiten zur Finanzierung, falls es beim Budget klemmt. Keine klassische Banklösung, eher ein partnerschaftliches Modell. Er meinte, es gäbe mittlerweile Finanzierungsmöglichkeiten, bei denen man keine Hypothek erhöhen muss. Er habe da einen Partner. Enique, eine Online Plattform für die Finanzierung von Energiesanierungen. Ich war skeptisch. Noch eine Online Plattform? Noch eine Offerte mehr? Aber Jonas wollte es prüfen. Und ehrlich gesagt – ich auch.
Entscheid
Mit der erweiterten Offerte schickte uns unser Solarteur einen Link zu einem konkreten Finanzierungsvorschlag von Enique genau für unser Projekt. Enique zeigte uns nicht viel – aber genug: die voraussichtliche Monatsrate, die Eckdaten zur Finanzierung, ohne Kleingedrucktes. Es war einfach und diskret. Kein Verkaufsgespräch. Keine Beratung, wenn man es nicht will.
Wir diskutierten ein Wochenende lang. Holten Jonas’ Schwester dazu, die bei einer Bank arbeitet. Sie war überrascht: „Das ist ja fast schon zu transparent.“ Wir sagten zu. Und erweiterten unser Projekt. Das Dach blieb. Die Heizung kam dazu.
Dann – zwei Tage vor Baubeginn – kam der Anruf. Lieferengpass bei der Wärmepumpe. Zwei bis drei Monate Verzögerung. Vielleicht mehr.
Ich erinnere mich noch genau an das Gesicht von Elias. Er hatte in der Schule stolz erzählt, dass unser Haus bald mit Sonnenstrom beheizt wird. Und jetzt das? Ich wollte absagen. Jonas war auch kurz davor. Alles wieder auf Eis legen. Aber unser Solarteur blieb ruhig. „Wir ziehen das durch“, sagte er. „Vielleicht mit einer Übergangslösung. Ich kümmere mich.“ Und das tat er auch.
Tiefpunkt und Aufstieg
Ein halbes Jahr später ist alles erledigt. Das Dach liefert Strom. Die Heizung läuft. Elias hat seine Sonne auf dem Dach. Und Livia hat das Bild gemalt, das jetzt über dem Thermostat hängt: Unser Haus. Sonnenstrahlen. Und wir – mit Teetassen in der Hand. „Ist jetzt endlich warm!“, hat sie daruntergeschrieben.
Die Finanzierung der Heizung kam über Enique, die der Handwerker uns empfahl. Einfach ein Vorschlag mit Monatsrate. Transparent. Überschaubar. Und den Lieferengpass hat der Handwerker auch elegant gelöst.
Jetzt, wo wir wieder im Normalmodus leben – ohne Baustelle, ohne Sorgen, ohne Provisorien – bin ich stolz. Nicht nur auf das neue System auf dem Dach und im Keller, sondern auf uns als Familie. Dass wir uns getraut haben. Dass wir nicht gewartet haben, bis wir müssen. Dass wir „All in“ gegangen sind – und viel zurückbekommen haben: Ruhe, Verlässlichkeit, Unabhängigkeit.
Ich frage mich manchmal, warum wir es so lange aufgeschoben haben. Es war nicht der Mut, der gefehlt hat. Es war der Moment. Und das Gefühl, es allein stemmen zu müssen.